Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 
Zentrum für Ingenieurwissenschaften
Professur Umweltschutztechnik

 

Themenvorschlag für eine Diplomarbeit

„Einfluss der Mitverbrennung quecksilberhaltiger Sekundärbrennstoffe auf die Rauchgasreinigung“

Bei Verbrennungsprozessen und der anschließenden Abgasbehandlung in kohlebefeuerten Kraftwerken sowie Müllverbrennungsanlagen werden Stoffe freigesetzt, welche Wirkungen auf den Quecksilbergehalt im Abgas entfachen können. Das brennstoff- bzw. abfallgebundene Quecksilber wird selbst während der Verbrennung in metallischer Form freigesetzt und als leichtflüchtiger Stoff mit dem Abgas durch die entsprechenden Reinigungseinrichtungen der Verbrennungsanlage geführt. Später in der Rauchgasentstickung wird es an Katalysatoren in Gegenwart von Halogeniden in die oxidierte Quecksilberspezies überführt. Diese lässt sich gut in Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) durch die erheblich höhere Wasserlöslichkeit abscheiden. Andere Verbrennungsprodukte oder auch REA-Waschwasserzusätze können das in der Waschsuspension gelöste Quecksilber in die elementare, schlecht wasserlösliche Form reduzieren. Das in der REA-Waschlösung bis dahin gebundene Quecksilber reemittiert und kann so zu einem Anstieg der Quecksilber-Gaskonzentration führen.

In der betrieblichen Praxis kann aufgrund der Vielzahl von nebeneinander vorliegenden Inhaltstoffen der REA-Waschlösung oftmals keine Aussage getroffen werden, weshalb es zu Quecksilberemissionen kommt. Aufgrund der Komplexität der im REA-Wäscher ablaufenden Reaktionen und dem Mangel an relevanten Stoffparametern ist eine Modellierung der zu Quecksilberemissionen führenden Reaktionen ebenfalls nicht möglich.

Mit diesem Hintergrund soll möglichst im Rahmen einer Diplomarbeit der Einfluss von bestimmten Stoffgruppen bzw. Einzelsubstanzen auf den Dampfdruck quecksilberhaltiger Standardlösungen untersucht werden. Die im labormaßstab durchzuführenden Experimente sollen als Grundlage bzw. zur Vorauswahl späterer betriebstechnischer Untersuchungen dienen. Grundkenntnisse für Tätigkeiten im Labor sind erwünscht.

 

Kontakt:  Dipl.-Ing. Jan Schütze
                 Tel.: 03461/46-2702
                 Mail: jan.schuetze@iw.uni-halle.de

Stand: September 2007